Im nächsten Leben werde ich Chocolatier [Pralinen-Workshop bei Halloren]

„Wenn einer eine Reise tut“ und mit drei Tüten voll selbstgemachter Pralinen, Trüffeln, Tafelschokolade und vielen, vielen Halloren-Kugeln heimkehrt, dann war derjenige wohl in Deutschlands ältester Schokoladenfabrik bei einem Pralinen-Workshop. Derart vollgepackt bin ich jedenfalls aus Halle wiedergekommen, quasi schokoschwanger 😀 . Gemeinsam mit fünf anderen zauberhaften Bloggerinnen und Bloggern habe ich Ganache hergestellt, Hohlkörper gefüllt und verschlossen, Schokolade temperiert, Pralinen getaucht, Tafelschokolade gegossen… alles in allem: einen tollen Tag verbracht! Nur Spritzbeutel kann ich immer noch nicht selber falten. Naja, ich suche mal nach einem Tutorial bei YouTube 😀 .

Los ging’s mit einer spannenden Führung durchs Halloren-Schokoladenmuseum. Hier hat uns unser netter Guide eine Menge über Kakao und Schokolade im Allgemeinen und über die bewegte Halloren-Firmengeschichte (die bis ins Jahr 1804 zurückreicht) im Speziellen erzählt.

Und dann durften wir selber zur Tat schreiten. Naja, wahrheitsgemäß haben wir uns zunächst noch mit einer köstlichen Trinkschokolade aus echter Kuvertüre und mit leichter Chili-Schärfe verwöhnen lassen. Schließlich haben wir unter fachkundiger Anleitung zweier Chocolatiers (danke für Eure Engelsgeduld! <3 ) folgende Leckereien kreiert:

weiße Marc de Champagne-Trüffel (mit fertigen Hohlkörpern)

dunkle Chili-Trüffel (mit fertigen Hohlkörpern)

Amaretto-Trüffel mit selbstgeformten „Töpfchen“ aus Schokolade, die wir mit Hilfe eines Sektkorkens hergestellt haben

Marzipan-Konfekt mit einer Pistazien-Cranberry-Masse (Rezept steht unten)

zweierlei Tafelschokolade

Zunächst haben wir die Füllungen zubereitet. Ich verrate wohl nicht zu viel, dass das Verkosten der Ganache und der Buttercreme ziemlich beliebt war („Muss da noch mehr Chili rein?“ „Moment, ich muss noch mal probieren“). Per Spritzbeutel haben wir die Füllungen dann in die Hohlkörper befördert. Wichtig ist, dass dabei keine Luft-Hohlräume entstehen. Außerdem haben wir Marzipan mit Pistazien und getrockneten Cranberries verknetet, plattgewalzt und in mundgerechte Stücke geschnitten.

Dann widmeten wir uns der Schokolade, schließlich brauchten unsere Pralinen noch eine leckere Hülle. Übrigens, wer es noch nicht selber ausprobiert hat: Madame Chocolat ist zickig. Sie mag es nicht zu warm und nicht zu kalt (Recht hat sie…), sonst wird sie nicht schön glänzend, knackig und zartschmelzend, sondern stumpf und grau. Die beiden Herren vom Fach brauchten für das Temperieren noch nicht mal ein Thermometer, sondern haben die richtige Gradzahl einfach im Gefühl. Beneidenswert – im nächsten Leben werde ich auch Chocolatier, ganz bestimmt 🙂 .

Wir haben die Schokolade also „tabliert“ – dabei wird ein Teil der geschmolzenen Schokolade auf einer glatten Fläche (z.B. Marmor) mit einer Palette durch mehrmaliges „Ausstreichen“ und „Zusammenschieben“ abgekühlt. Die erkaltete Masse wird dann wieder mit dem wärmeren Rest vermischt, der in der Schüssel geblieben ist. Dieser Vorgang kann mehrfach wiederholt werden, bis die Schokolade dickflüssig genug ist. Jetzt ist sie zum Überziehen der Pralinen geeignet.

Also haben wir unsere Marzipan-Cranberry-Stücke in die Schokolade getaucht und abtropfen lassen, ebenso die mit Ganache gefüllten und mit einem Schoko-„Pfropfen“ verschlossenen Hohlkörper. Letztere haben wir kurz auf dem Pralinengitter liegen gelassen, bis die Schokolade leicht „angezogen“ ist. Anschließend werden die Trüffel mit einer Pralinengabel übers Gitter gerollt: So entsteht dieses typische Riffelmuster.

Am Ende ging es noch ans Verzieren. Hier wurde es ein bisschen fummelig mit der Spritzbeutel-Handhabe. Nein, das gehört einfach nicht zu meinem Spezialgebiet; ich kenne meine Grenzen 😀 . Die Amaretto-Buttercreme-Töpfchen habe ich einfach nur kopfüber in Vollmilch-Schokolade getaucht und mit ein paar Karamell-Schoko-Flocken verziert. Und die Tafel-Schokolade? Einfach beliebig viele Sorten Schokolade in eine Tafelform gießen, mit einer Spitze Muster ziehen oder mit dem Spritzbeutel Verzierungen „aufmalen“, Dekor drauf, aushärten lassen, fertig!

Es war ein rundum gelungener Tag. Ich habe viel gelernt und spannende, liebe, interessante Menschen getroffen. Guckt unbedingt bei den anderen tollen Blogs meiner Workshop-„Kollegen“ vorbei! Mit dabei waren:

Tobi von Der Kuchenbäcker

Maria von Ich bin dann mal kurz in der Küche

Mara von Maras Wunderland

Liv von Thank you for eating

Andrea von Zimtkeks und Apfeltarte

Hier habe ich noch das Marzipan-Konfekt-Rezept für Euch:

Zutaten

250 g Marzipan-Rohmasse // 40 g Pistazienkerne // 40 g getrocknete Cranberries // Kuvertüre zum Überziehen

Zubereitung

Pistazienkerne und Cranberries fein hacken. Die Stückchen in die Marzipan-Rohmasse einkneten und die schöne grüne Rolle mit den roten Punkten 🙂 dann ruhen lassen. Nach dem Antrocknen in mundgerechte Stücke schneiden oder zu Bällchen rollen. Die Kuvertüre nach Packungsanweisung temperieren, die Marzipanmasse in die Kuvertüre tauchen, abtropfen und trocknen lassen, genießen!

Ich bedanke mich bei ORCA van Loon und Halloren (vor allem auch den beiden Chocolatiers!) für den tollen, lehrreichen Tag und die super Organisation.

26 Antworten

  1. Hallo,
    Ich muss schon ein großes Lob aussprechen, die Pralinen sehen super aus. Ich denke, Du könntest jede Menge mitnehmen um dich Zuhause selbst an Pralinen zu wagen.

    • Schokohimmel

      Danke 🙂 . Ja, es ist schon toll, von Profis angeleitet zu werden. Schön zu sehen, wie die intuitiv mit all den Zutaten umgehen können…

  2. Wie schön du unseren Pralinenworkshop beschreibst! 🙂 Er war aber auch wirklich ein Hit! Ich bin jetzt noch am schwärmen 🙂 Es war toll dich kennenlernen zu dürfen und ich hoffe doch sehr, dass wir uns alle mal wieder sehen!

    Liebste Grüße
    Mara

    • Liebe Mara,
      ja, es war wirklich ein klasse Seminar.
      Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes viel mitgenommen! Viel Schokowissen und viel Schokolade 🙂 .
      Zuckersüße Grüße und bis hoffentlich bald!

  3. Aaaaah hört sich das toll an! Eine Woge des Neides rollt über mich hinweg liebe Ju, das glaube ich dir, dass dieser Tag toll war… Schokolade zum Frühstück, Mittag- und Abendessen, genau das richtige für Schokoholics 😀
    Das heißt, dieses Jahr werden selbstgemachte Pralinen unter dem Weihnachtsbaum liegen? 😉
    Liebste Grüße von mir zu dir,
    Fräulein Laune

    • Hehe, genau. Und wenn es gerade keine Schokolade gab, gab es zur Abwechslung Chili Kakao zum Trinken… Aber mittags gab es zur Stärkung auch salzige Snacks wie Bagels und Wraps :-D. Neutralisierung der Geschmacksnerven als Ziel, vermute ich 😉 .

      Mmhh, ob ich zu Weihnachten Pralinen verschenke? Mal sehen, ich will ja nicht, dass hier irgendjemand den Overkill kriegt 😀

  4. Nicht schlecht, liebe Ju! Da beneide ich dich grad ein wenig. Da bist du ja im zweiten „Schokohimmel“ gelandet 😉 Und wie schön du dich freust auf den Fotos <3 Ich mach' dann mit beim "Chocolatier" werden im nächsten Leben 🙂 Lg Elli

    • Prima, der Club der künftigen Chocolatiers wächst und wächst! Das kann ja nur ein voller Erfolg werden.
      Du hast Recht, der ganze Tag hatte einen Touch von „Der Schokohimmel im Schokohimmel“ 😀

  5. Liebste Ju,
    das klingt aber nach einem wundervollen Event. Ich meine, wenn man vollgepackt mit Schoki und Pralinen zurück kommt kann es doch nur gut gewesen sein, oder? 😉 Wie toll, dass euch sogar zwei Chocolatiers zur Seite standen. Das ist für jeden Schokofreak (und da bist du ja ganz weit vorne hihi) aber auch wirklich ein wahrer Traumjob. Und dann gab’s für den Schokohimmel auch noch eine Schoko-Urkunde, schööön 😀
    Die liebsten Grüße, Mia

    • Au ja, die Urkunde kriegt einen Ehrenplatz. Als Laien-Chocolatier darf ich sie jetzt bestimmt aufhängen, hihi. Es war wirklich ein toller Tag, von dem ich im wahrsten Sinne des Wortes noch lange zehren werde!

  6. Das sieht nach einem wunderbaren Erlebnis aus! Großartig was Ihr da alles lernen konntet! Dann bist Du jetzt bestens gewappnet um dem Gut&Gerne Konkurrenz zu machen! 😉 Ich schick mal liebe Grüße und beneidende Blicke! 😀

  7. Liebe Judith – ich reihe mich mal hinter Andrea ein – ich fand es auch ganz großartig, dich kennengelernt zu haben & hoffe, dass wir uns irgendwann noch mal ein Chocomousse teilen! 🙂

    Liebe Grüße!

    • Au ja, sehr gern! Aber natürlich wieder mit Sesam-Crunch! 🙂
      (Oder nehmen wir beim nächsten Mal das gebackene Vanille-Eis… oder das warme Schokoküchlein… mmhhh…)

  8. ohja….ich auch! 🙂

  9. Oh liebe Judith, das sieht so toll aus.ich bin sehr neidisch. Aber immerhin hast du uns so ein schönes einfaches Marzipan-Pralinen-Rezeot da gelassen 🙂 denn Marzipan ist ebenfalls einer meiner Lieblinge. 🙂
    Liebe Grüße
    Anna von Anna’s Teller

    • Danke! <3
      … und wie immer sind die einfachsten Rezepte oft die besten 🙂 . Das Marzipan-Konfekt mit den getrockneten Cranberries ist echt lecker! Das kannst du bestimmt auch gut jetzt zur Weihnachtszeit verschenken (aber vergiss nicht, für dich einen Teil abzuzwacken).

  10. Liebe Ju,
    habe ja schon bei Instagram verfolgt, was ihr so alles tolles gezaubert habt. Richtig klasse! Das glaube ich Dir, dass es Dir Spass gemacht hat und es bestimmt eine super Erfahrung für Dich war! Dann werden wir bald mehr von Dir in dieser Richtung sehen? Liebste Grüße von Lixie

    • Danke, liebe Lixie! Naja, grundsätzlich bleibe ich wohl doch eher der „Rührkuchen“-Typ 😀 . Pralinen sind doch viel Fummelskram und da habe ich wohl eher andere Talente…
      Aber ich habe für die Weihnachtszeit noch köstliche Schoko-Mandel-Splitter in petto, für die ich auch ganz fleißig Kuvertüre temperiert habe 😉 .
      Liebe Grüße!

      • Stimmt, so ganz easy peasy sind Prainen nicht gemacht. ;-D
        Schoko-Mandel-Splitter – oh, das klingt köstlich! Mandeln liebe ich zu dieser Jahreszeit besonders 🙂
        LG zurück

  11. Hach, wenn ich dein breites Grinsen so sehe, liebe Ju, dann glaube ich dir auf’s Wort, dass das ein schöner Tag war. Ich habe ja auch schon mal ein Pralinenseminar gemacht und war genauso begeistert. Mich wundert nur, dass ihr eure Haare nicht verstecken musstet und Uhren und Schmuck tragen durftet. Das war bei uns tabu.
    Dass die Chocolatiers den Temperierzustand der Schokolade erfühlen können ist schon irre, oder?
    Okay, abgemacht: Im nächsten Leben wird du Chocolatiere und Ich Patissiere und dann machen wir zusammen einen Laden auf 😉 !
    Liebe Grüße Maren

    • Ja, das breite Grinsen hat mich wohl verraten 😉 . Es war wirklich klasse.
      Und echt irre: er Chocolatier hat die Temperatur der Schokolade gefühlt und meinte nur ganz lapidar: „Nee, das passt nicht, die ist 2° zu warm!“ Aaaaahhh ja…

      Der gemeinsame Laden geht sehr gerne klar. Aber du weißt ja, dass wir eine Menge Erdnussbutter verarbeiten müssen, nicht wahr!? 😀 Peanutbutter-Schoko-Törtchen und Erdnussbutter-Trüffel… mmmhhhh!!

  12. Wunderschöner Bericht, liebe Judith!
    War super toll, Dich kennen gelernt zu haben!
    Alles Luebe,
    Andrea

    • Danke! Das gebe ich sehr gern zurück.
      Und meld‘ dich gern, wenn du das nächste Mal in Düsseldorf bist – dann gehen wir zusammen zu Heinemann?! 🙂

Hinterlasse einen Kommentar

*